Die Situation

 

In Berlin leben mittlerweile ca. 40 000 Roma und Sinti - Angehörige eines Volkes, dass über Jahrhunderte sein Dasein im Schatten der dominierenden Mehrheitsgesellschaften führte.

 

Die tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen der heutigen Zeit haben weltweit  viele Roma  in die Situation gebracht, ihre Heimatländer als Arbeitsemigranten oder rassisch Verfolgte zu verlassen. Viele von ihnen kommen nach Deutschland. Auch in den Berliner Bezirken Neukölln, Mitte, Reinickendorf, Kreuzberg, Friedrichshain und Marzahn finden sich immer mehr Großfamilien mit zahlreichen Kindern. Viele davon sind polnische Roma oder Sinti. Der größte Teil von ihnen hat deutsche Vorfahren, die während des 2. Weltkrieges flüchteten und deren Nachkommen nun zurückkehren.  

 

Viele sind aber auch Roma aus Rumänien, Bulgarien, Ex-Jugoslawien... Manche davon  gehören zu den ärmsten Bevölkerungsschichten ihrer Heimatländer und sind seit Generationen von diesem Status geprägt.

Manche kommen als Arbeitsmigranten in der Hoffnung, ihre Familien zuhause besser versorgen zu können.

Sie alle hoffen in Deutschland auf eine bessere Zukunft.

 

Ob  die Betroffenen als legale und zugleich illegalisierte EU-Bürger oder aber als Flüchtlinge 

betrachtet werden, ist national wie international umstritten und für die Betroffenen letztlich 

unerheblich. Die fehlende Arbeitserlaubnis führt zu Schwarzarbeit oder Gewerbeanmeldungen mit 

wenig Aussicht auf ausreichende Einkünfte. 

Nicht wenige Vermieter nutzen die Notlage der Betroffenen rücksichtslos aus und vermieten vielen 

Menschen wenig Wohnraum für viel Geld. 

Hinzu kommen gesundheitliche Probleme aufgrund unzureichender Hygiene und mangelhafter 

Ernährung. 

Nicht zuletzt sind Kinder von alldem betroffen und von Lehrern und Sozialarbeitern kaum zu 

erreichen. Nur die wenigsten gehen regelmäßig zur Schule und zunehmend mehr Kinder, 

insbesondere Jungen, landen im Strichermilieu

 

Viele Hürden gilt es für einen Neuanfang in Deutschland zu nehmen:

Sprachbarrieren, fehlende Schul- und Berufsausbildung, Unkenntnis über kulturelle Verschiedenheiten, Angst beim Umgang mit Behörden und dem Rechtssystem,  Erwerbs- und Wohnungslosigkeit...Fremdenfeindlichkeit.

 

Aber auch viele Sozialarbeiter, Pädagogen, Arbeitsvermittler, Jugendämter stoßen bei ihrer Arbeit  ohne Vermittler unvorbereitet auf Probleme wie fehlende Sprachkenntnis, Mentalitätsunterschiede,  starke Familienloyalität  u. a. kulturelle Besonderheiten.

 


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